Wenn von Plastik die Rede ist, denken viele an Verpackungen, Tüten oder Flaschen. Weniger bekannt, aber ebenso problematisch, sind flüssige Polymere. Diese synthetischen Kunststoffe sind nicht fest wie Plastikbecher oder -folien, sondern liegen in gelöster oder flüssiger Form vor. Sie stecken in Kosmetik, Reinigungsmitteln und Pflegeprodukten – und gelangen mit jedem Waschgang oder jedem Duschvorgang ins Abwasser.

Was sind flüssige Polymere?
Flüssige Polymere sind Kunststoffe, die als Bindemittel, Beschichtungen oder Konsistenzgeber eingesetzt werden. Beispiele sind Acrylate, Polyquaternium-Verbindungen oder Silikone. Für Hersteller sind sie attraktiv, weil sie Produkte cremiger machen, einen schützenden Film auf Haut und Haar legen oder Pigmente stabilisieren.
Unsichtbar, doch problematisch
Während Mikroplastikpartikel inzwischen stärker im Fokus stehen, werden flüssige Polymere oft kaum beachtet. In der Umwelt verhalten sie sich ähnlich problematisch:
Dadurch sind flüssige Polymere ein „unsichtbarer Beitrag“ zur globalen Plastikverschmutzung.
Wie viel flüssige Polymere gelangen ins Abwasser?
In Deutschland werden pro Jahr schätzungsweise über 23.000 Tonnen schwer biologisch abbaubarer organischer Polymere durch Wasch-, Putz- und Reinigungsprodukte direkt ins Abwassersystem eingeleitet. Für Kosmetikprodukte kommen konservative Schätzungen auf rund 23.700 Tonnen, die nach der Anwendung durch Waschen ebenfalls ins Abwasser gelangen.
Diese flüssigen Polymere sind in der Regel nicht biologisch abbaubar und verbleiben häufig in Klärschlämmen. Da etwa 40% dieser Klärschlämme in der Landwirtschaft oder im Landschaftsbau ausgebracht werden, können Rückstände von synthetischen Polymeren in die Umwelt gelangen und stellen eine zusätzliche Belastung dar.
Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt
Die Forschung steckt noch in den Anfängen, doch es gibt wachsende Hinweise:
Allgegenwärtig in Alltagsprodukten
Typische Anwendungen sind:
Regulierung in Europa
Während feste Mikroplastikpartikel bereits stärker reguliert und ab 2025 in vielen Kosmetikprodukten verboten sind, gelten für flüssige Polymere bislang noch keine umfassenden Einschränkungen. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) untersucht jedoch zunehmend auch diese Stoffe, um ihre Risiken besser zu bewerten.
Was Verbraucher tun können
Fazit
Flüssige Polymere sind eine versteckte Form von Plastik, die kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt – und dennoch Umwelt und Gesundheit belasten kann. Gerade weil sie unsichtbar sind, unterschätzen viele ihre Verbreitung. Ein genauer Blick auf Inhaltsstoffe, strengere Regulierung und die Reduktion in Alltagsprodukten sind entscheidend, um auch diese „unsichtbare Plastikquelle“ zu begrenzen.
Quellen:
Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT (2020): Untersuchung der Emissionen von Mikroplastik und flüssigen Polymeren aus Kosmetik- und Reinigungsprodukten im Abwasser. Studie im Auftrag des NABU. Berlin.
NABU-Studie in Kooperation mit Fraunhofer UMSICHT, veröffentlicht via Presseportal, 2018 (aktualisierte Daten 2020). URL: https://www.presseportal.de/pm/6347/4079683
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